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2006-2009

Keszthely-Fenékpuszta: Deutsch-ungarisches Forschungsprojekt

 

2009

Ungarisch-deutsche archäologische Ausgrabungen in Keszthely-Fenékpuszta (29.7.2009–28.8.2009)

Grabungsleitung: Straub Péter (ZMMI), Heinrich-Tamaska Orsolya (GWZO), Roland Prien (Rupprecht-Karls-Univ.)
Die Ausgrabung wurde finanziert durch: Rupprecht-Karls-Universität Heidelberg, Nemzetközi Kulturális Alap

 


Die Übersichtkarte von Keszthely-Fenékpuszta mit der Stelle der drei Ausgrabungsflächen

 

Ziel der Untersuchungen war es, Kontrollgrabungen auf dem Gebiet der seit dem 19. Jahrhundert bekannten römischen Befestigung durchzuführen. Zu Beginn der 1900er Jahre leitete Árpád Csák hier die ersten Untersuchungen, mit seinem Namen ist die Entdeckung der Gebäude A, B und C sowie der sog. ersten frühchristlichen Basilika (Gebäude 4) verbunden. Die Grundrisse der Gebäude wurden 1920 von Kuzsinszky vorgelegt. Árpád Csák konzentrierte sich auf die Erfassung der Steinmauer und -fundamente, indem er diese verfolgte bzw. mit schmalen Suchgräben zu finden versuchte. Infolgedessen sind keine Informationen darüber vorhanden, ob es sich um mehrere Bauphasen handeln könnte.
Im Rahmen des im Jahre 2006 begonnenen deutsch-ungarischen Forschungsprojektes wurden auf dem Gebiet dieser Altgrabungen geophysikalische Messungen durchgeführt. Ihr Ziel war es vor allem, die genaue Stelle der Grabungen zu lokalisieren und somit den Verlauf der Mauer und der Grundrisse zu überprüfen. Es konnten interessante Ergebnisse erzielt werden: Zum einen waren die Grundrisse von Csák zum Teil fehlerhaft, wie beim Gebäude C, wo statt mit einem mit zwei Gebäuden gerechnet werden muss, zum anderen ist von mehreren, bisher unbekannten Bauperioden auszugehen (Gebäude A). Des Weiteren konnten die alten Grundrisse um neue Elemente ergänzt werden (Gebäude 4).

Während der Ausgrabung im Jahre 2009 konnten drei Flächen untersucht werden:
1. die östliche Hälfte des Gebäudes 4, der davor in der Geophysik sichtbare Portikus und die davon westlich verlaufende Nord-Süd-Straße;
2. das Gebäude A: Das Ziel war die Zusammenhänge zwischen dem Peristyl-Grundriss und dem in der Geophysik sichtbaren Basilika-Grundriss un die relativchronologischen Zusammenhänge zu klären;
3. das ehemalige Gebäude C: Hier sollten mögliche Bauphasen und die Funktion der zwei Gebäude erfasst werden.

 

 

Konferenz
KESZTHELY-FENÉKPUSZTA IM KONTEXT SPÄTANTIKER KONTINUITÄTSFORSCHUNG ZWISCHEN NORICUM UND MOESIA
Internationale Fachtagung in Keszthely

Keszthely, Balaton Museum

 

1.-3. Oktober 2009
Das dreitätige Konferenz war die Abschlussveranstaltung des in diesem Jahr beendeten deutsch-ungarischen Forschungsprojektes. Im Rahmen der Konferenz wurde die Ausstellung „Keszthely-Fenékpuszta im Spiegel der Jahrtausende“ im Balatoni-Museum eröffnet. Die Tagung endete mit einer Tagesexkursion.

 

 

2011

Ungarisch-deutsche archäologische Ausgrabungen in Keszthely-Fenékpuszta (1.8.2011–26.8.2011)


Grabungsleitung: Straub Péter (ZMMI), Heinrich-Tamaska Orsolya (GWZO), Roland Prien (Rupprecht-Karls-Univ.)

Die Ausgrabung wurde finanziert durch: Zala Megye Önkormányzata, Nemzetközi Kulturális Alap

Kontrollgrabungen auf dem Gebiet der spätrömischen Innenbefestigung von Keszthely-Fenékpuszta – das sog. Gebäude 25 (A):

Die Untersuchungen fanden auf dem Gebiet der seit dem 19. Jahrhundert bekannten Gebäude A statt. Der Grundriss des Gebäudes wurde 1920 von Kuzsinszky vorgelegt nach den Ausgrabungsergebnissen von Árpád Csák. Árpád Csák konzentrierte sich auf die Erfassung der Steinmauer und -fundamente, indem er diese verfolgte bzw. mit schmalen Suchgräben zu finden versuchte. Infolgedessen sind keine Informationen darüber vorhanden, ob es sich um mehrere Bauphasen handeln könnte.
Im Rahmen des im Jahre 2006 begonnenen deutsch-ungarischen Forschungsprojektes wurden geophysikalische Messungen durchgeführt. Ihr Ziel war es vor allem, die genaue Stelle der Grabungen zu lokalisieren und somit den Verlauf der Mauer und der Grundrisse zu überprüfen. Es konnten interessante Ergebnisse erzielt werden: Zum einen waren die Grundrisse von Csák zum Teil fehlerhaft, zum anderen ist von mehreren, bisher unbekannten Bauperioden auszugehen.
Das Gebäude 25 besitzt eine zentrale Bedeutung sowohl bezüglich der Erforschung der vorfestungszeitlichen Besiedlung, als auch im Hinblick der völkerwanderungszeitlichen Weiternutzung der Festung. Das Gebäude ist mit 3300 m2 ist auch im pannonischen Vergleich groß; über seine Funktion, Grundriss und Bauperioden gibt es zahlreiche Theorien in der Forschung. Einigkeit herrscht darin, dass es sich um eine villa handelt, fraglich beleibt jedoch ob bereits vor der Errichtung der Festung das Gebäude als villa rustica hier gegeben hat und wenn welche Periode in diese Phase zu datieren ist. In der nördlichen Hälfte des Gebäudes stimmten der Grundriss von Csák und die geophysikalischen Messungen überhaupt nicht überein, da hier mehrere Bauphasen sich überlagerten. Deren Spuren konnten 2009 dokumentiert werden. Die Ausgrabungen 2011 konnten den westlichen Abschluss der 2009 gefundenen Apsis, sowie die westlichen und südlichen Mauerverläufe im Anschluss an die Fläche von 2009 klären. Die Arbeiten lieferten wichtige neue Erkenntnisse bezüglich der Umbauten und innere Chronologie des Gebäudes 25.

Presse:
http://www.monitormagazin.hu/24-ora-hirei/nemzetkozi-csapat-fenekpusztan
http://www.zalaihirlap.hu/hetvege/20110827_miert_epp_bagolyfej_

Letzte Änderung am Dienstag, 08 Oktober 2013 21:15


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